Unterschiedliche Boxsack-Arten im Vergleich

Unterschiedliche Boxsack-Arten im Vergleich 2017-07-27T14:55:47+00:00

Die Welt des Boxsports ist groß und vielfältig; so auch der Boxsack selbst. In diesem Artikel wollen wir Ihnen daher die einzelnen Arten von Boxsäcken, Punchingbälle, Boxbirnen, Doppelendbällen und Boxdummies vorstellen. Damit ist dieser Artikel perfekt für Sie geeignet, wenn Sie sich zunächst einen groben Überblick verschaffen wollen.

Wie jede andere Sportart auch bedarf das Boxen eines intensiven Trainings. Als Boxer müssen Sie Kraft, Ausdauer sowie insbesondere Ihre Reaktionsgeschwindigkeit regelmäßig trainieren. Der ideale Trainingspartner hierfür ist, sofern Sie keinen menschlichen Boxpartner haben, der Boxsack.

Diesen gibt es in verschiedenen Ausführungen, welche sich jeweils in Form, Gewicht, Größe und Trainingszweck unterscheiden. Im Folgenden werden wir Ihnen die einzelnen Boxsack-Arten im Detail vorstellen und erklären wofür sich der jeweilige Typ eignet.

Der klassische Boxsack

Beginnen wir ganz klassisch mit dem Boxsack selbst. Diese schwere hängende und meist rote Lederwurst wird am häufigsten mit dem Boxsport assoziiert. Es gibt ihn in zwei unterschiedlichen Ausführungen, welche zwar im Bezug auf den eigentlichen Boxsack gleich sind, sich aber in der Montage bzw. Aufstellung unterscheiden.

Der hängende Boxsack

Das ist genau diese dicke schwere Lederwurst, welche in jedem Boxkeller von der Decke hängt. Der Name kommt dabei, wie Sie sicherlich bereits vermuten, von der Art der Befestigung. Die Aufhängung des Boxsacks kann dabei über einen Schwerlasthaken an der Decke oder über eine spezielle Wandhalterung für Boxsäcke erfolgen.

Das Außenmaterial solch eines Boxsacks besteht häufig aus einem hochwertigen Vinyl oder echtem Leder; das Füllmaterial im Regelfall aus einem komprimierten speziellen Schaumstoff oder Textilschnitzel.

Die Abmessungen liegen durchschnittlich bei einem Durchmesser von knapp 37 cm sowie einer Höhe des eigentlichen Boxsacks von 80 bis 180 cm. Das Gewicht teilweise auch sehr unterschiedlich und muss auf die Schlagkraft des Boxers abgestimmt sein. In der Regel liegt das Gewicht zwischen 20 und 50 kg.

Generell eignet sich der hängende Boxsack für das klassische Boxtraining. Dabei liegt der Fokus auf dem Trainieren von Schlagtechniken und weniger auf dem Üben von Tritttechniken.

Hängender Boxsack
Standboxsack

Der Standboxsack

Alternativ zum hängenden Modell gibt es auch einen stehenden Boxsack. Wie der Name schon sagt, ist dieser Boxsack über ein halbstarres Rohr mit einer Standfläche in Form eines Sockels verbunden und steht somit im Raum ohne jegliche Wand- oder Deckenhalterung. Damit die nötige Standfestigkeit erreicht wird, wird dieser Sockel oft mit Wasser oder mit Sand gefüllt.

Die Abmessungen liegen auch hier durchschnittlich bei einem Durchmesser von knapp 37 cm sowie einer Höhe des eigentlichen Boxsacks von 80 bis 140 cm. Die Höhe des gesamten stehenden Boxsack beträgt meist jedoch 170 bis 180 cm.

Ein stehender Boxsack eignet sich besonders für ein perfektes Training der einzelnen Schlagtechniken sowie für ein Training diverser Tritttechniken. Somit kommt der Standboxsack häufig bei Kickboxern zur Anwendung, zumal diese auch die Tritttechniken beherrschen müssen.

Da der Standboxsack auf dem Boden steht, kann das Boxtraining somit facettenreicher gestaltet werden. Er ist im Verhältnis zu anderen Boxensäcken für das Sparring ideal. Den klassischen stehenden Boxsack können Sie problemlos als Hobbyboxer zu Hause einsetzen. Er eignet sich gleichfalls auch für den Profiboxer im Trainingsstudio.

Boxbirne, Punchingball und Doppelendball

Das klassische Trainingsgerät für den Boxer schlechthin ist die Boxbirne bzw. der Punchingball. Bei der Boxbirne handelt es sich um einen birnenartig geformten Boxsack, der häufig mit Mais gefüllt ist; bei einem Punchingball um einen Ball aus starken Leder oder Kunststoff der dann mit Luft gefüllt wird.

Es gibt allerdings im Verhältnis zu den anderen Trainingsgeräten einen elementaren Unterschied. Der herkömmliche Boxsack hängt gewissermaßen schwer und passiv in der Luft. Wird dieser getroffen, bewegt er sich kaum.

Anders jedoch die Boxbirne und der Punchingball. Boxbirnen und Punchingbälle sind meist sehr frei beweglich. Werden diese getroffen, so schnellen diese sofort wieder zurück. Diese Geräte sind nämlich mit einer speziellen Federung versehen. Diese macht es möglich, dass nach jedem Boxschlag Boxbirne und Punchingball wieder unmittelbar zurückschnellen.

Aus diesem Grund sind Boxbirnen und Punchingbälle für Sie der ideale Trainingspartner, um die Koordination der einzelnen Schläge sowie die Reaktionsgeschwindigkeiten effektiv zu trainieren. Vorrangig dient das Training mit der Boxbirne bzw. dem Punchingball primär der Verfeinerung der Reaktionszeiten. Hierbei liegt der Vorteil darin, dass die Birne bzw. der Ball umso schneller zurückschwingen, je härter Sie zuschlagen. Dass daneben die Schlagkraft sowie die Ausdauer effektiv trainiert werden, liegt natürlich auf der Hand.

Boxbirne

Die Boxbirne ist, wie der Name vermuten lässt, birnenartig geformt und hängt meist an einem Wandgestell (siehe Bild). Gefüllt wird die Boxbirne klassischer Weise mit Mais oder aber heutzutage meist mit Kunststoffgranulat oder Sägespänen.

Dieses Wandgestell verfügt in der Regel über eine wagerechte Holzplatte in die zentriert ein flexibler Metallwirbel geschraubt ist. Dieser Metallwirbel sorgt für die ausgesprochen hohe Flexibilität der Boxbirne, da diese bei einem Treffer nicht abgebremst wird sondern mit vollständiger Schlaggeschwindigkeit ausschwingt.

Nach dem Schlag knallt die Boxbirne dann gegen die Hofplatte und schnellt wieder zurück in Richtung Boxer. Die hohe Geschwindigkeit mit der sich die Boxbirne bewegt hat eine sehr hohe Schlagfrequenz für den Boxer zur Folge, wodurch dieser hauptsächlich seine Reaktionszeit und Schlaggeschwindigkeit trainieren kann.

Dieser Sachverhalt brachte der Boxbirne auch den Namen Speedball ein.

Boxbirne bzw. Speedball
Doppelendball

Der Doppelendball

Beim Doppelendball handelt es sich um einen massiven Ball, der ebenfalls aus Leder, Kunstleder oder Nylon gefertigt und mittelhart gefüllt ist. Er ist sowohl an der Oberseite und der Unterseite mit einem Seil befestigt. Je nach der Spannung der Seile kann Einfluss auf die Bewegung des Balles genommen werden.

Das Besondere ist, dass der Boxball in Abhängigkeit von dem jeweiligen Treffer in einem mehr oder weniger großen Bogen schwingt. So kann der Trainierende Reflexe und Kraftausdauer sowie sein Reaktionsvermögen schulen.

Der Nachteil eines solchen Doppelendball ist die Befestigung and Decke und Boden. Um eine Bohrung im Fußboden zu vermeiden können Sie allerdings auf einen Bodenanker zurückgreifen. Dabei handelt es sich um einen schweren, meist mit Sand gefüllten Sack, an dem die untere Leine des Doppelendballs befestigt werden kann.

Der Punchingball

Der Punchingball ist ein meist rundes oder leicht birnenförmiges Trainingsgerät für Boxer. Er besteht meist aus einer zähen Außenhaut aus Leder, Kunstleder oder Nylon, die dann mit Luft aufgepumpt und in Form gebracht wird.

Anders als die Boxbirne wird der Punchbingball meist auf einem Ständer montiert, sodass dieser in optimaler Schlag- und Tritthöhe ist. Der Ständer wird meist mit Wasser oder Sand gefüllten, sodass dieser beim Schalgen oder Treten nicht umkippt.

Nach dem Schlag oder Tritt schwingt der Punchingball dank des flexiblen Ständers mittelstark nach Hinten aus und schnellt dann wieder nach Vorne. Anders als bei der Boxbirne werden also nicht direkt schnelle Schlag- oder Tritttechniken geübt, sonder eher die Reaktion des ganzen Körpers.

Im Gegensatz zu dem eben beschriebenen Speedball schwingt der Punchingball nicht ganz so schnell zurück; dafür aber in einem bestimmten Radius. Somit ist diese Ausführung gut geeignet, zu trainieren, den Gegner auf Distanz zu halten.

Punchingball
Boxdummy als Alternative zum Standboxsack

Der Boxdummy

Ein weiteres ideales Trainingsgerät ist der Boxdummy. Im Prinzip handelt es sich bei diesem Boxsack um einen Standboxsack in Form einer lebensgroßen Figur. Der Standfuß wird regelmäßig mit Wasser oder Sand befüllt. Als Materialien kommen häufig Kunststoffe für den Standfuß und technisches Latex für den „Oberkörper“ des Dummys zum Einsatz.

Für Sie als Boxer hat der Boxdummy den Vorteil, dass das Training lebensecht ist. Denn der Standboxdummy verfügt im Prinzip über eine Statur wie ein echter menschlicher Sparringspartner. Dieses spezielle Trainingsgerät weist daher alle klassischen Eigenschaften eines menschlichen Sparringspartners auf wie beispielsweise die bei Boxern üblicherweise ausgeprägten Schulterpartien, die ausgeprägte Bauchmuskulatur sowie die voluminöse Brust. Das Training kann somit gewissermaßen lebensnah absolviert werden.

Der Boxdummy ist somit für Sie das ideale Trainingsgerät, um gewisse Schlagkombinationen zu optimieren. So können Sie Ihre Schlagkraft in Richtung der Nierengegend oder Kopfes Ihres Gegners perfektionieren. Aufgrund der anatomischen Ähnlichkeiten des Boxdummys im Verhältnis zu einem menschlichen Sparringspartner kann der ambitionierte Boxer die für die einzelnen Schlagkombinationen entsprechenden Bewegungen wesentlich besser einstudieren.

Ein Boxdummy ist üblicherweise höhenverstellbar (170 bis 190 cm), sodass das Training flexibel gestaltet werden kann. Je nach Ausführung kann ein Boxdummy sowohl für den Anfänger und Fortgeschrittenen gleichermaßen gut geeignet sein.