Körperliche Fitness mit dem Boxsack stärken

Werden die Tage länger und die Temperaturen frohlockender, zeichnet sich häufig selbst mit vielen Wochen Verspätung das obligatorische Weihnachtsproblem ab: Aus dem fitten Körper ist eine Wohlfühl-Oase der etwas anderen Art geworden – ein Strandbesuch scheint nahezu ausgeschlossen!

Fitness kann jedoch mit zahlreichen Optionen wiederhergestellt werden. Der Boxsport erfreut sich seit vielen Jahren großer Popularität und bietet auch Couch Potatoes unzählige Möglichkeiten, um den eigenen Körper in Form zu bringen. Übungen am Boxsack versprechen Kondition, Technik und einen flüssigen Bewegungsablauf, den kaum eine andere Sportart gewährleistet. Dass obendrein mit der richtigen Ausstattung in den eigenen vier Wänden trainiert werden kann, setzt dem Spaß das Sahnehäubchen auf.

Wie wichtig ist der Trainer?

Das Boxsacktraining bringt verschiedene positive Nebeneffekte mit sich. Der wichtigste Fitness-Aspekt ruht in der Tatsache, dass niemand ein ausgebildeter Profi-Boxer sein muss, um Arme und Fäuste kreisen zu lassen. Der Boxsack kann von restlos jedem angehenden Sportler bearbeitet werden – zu beachten gibt es nur wenige Dinge. Ein Trainer ist aus diesem Grund nur in den seltensten Fällen überhaupt nötig.

Untrainierte Personen sollten sich vor der Anschaffung dennoch mindestens einmal mit einem ausgebildeten Fitness-Trainer zusammensetzen, um über die bestmöglichen Übungen und Techniken zu sprechen. Obwohl nur sehr selten mit Verletzungen zu rechnen ist, schadet die nötige Portion Vorsicht niemals. Außerdem ist nichts ärgerlicher, als schon nach der ersten Trainingseinheit zu bemerken, dass die körperliche Fitness mit dem Boxsack doch nicht das gewünschte Vergnügen mit sich bringt.

Ausgangslage beim Boxsacktraining

Die erste nennenswerte Grundlage ist das Wissen um Führhand und Schlaghand. Ähnlich der Verteilung auf Links- und Rechtshänder gilt die schwächere Hand als Führhand. Die Schlaghand ist in den allermeisten Fällen die Hand, die mehr Kraft und Präzision mit sich bringt – und mit der die anfallenden Schreibarbeiten erledigt werden.

Wichtig beim Training ist die Positionierung vor dem Boxsack, die üblicherweise etwa eine Armlänge entfernt erfolgt. Die Führhand mitsamt dem dazu gehörigen Bein steht grundsätzlich näher am zu bekämpfenden Objekt, während das Standbein zeitgleich in einem Winkel von 45 Grad daneben positioniert wird. Bei Rechtshändern steht das linke Bein vorn, bei Linkshändern das rechte Bein.

Der erste Jab

Eine der traditionellen Grundübungen beim Boxsport ist der so genannte Jab. Die Gerade befindet sich im Repertoire von jedem Sportler und dient nicht nur dazu, weitere Kombinationen vorzubereiten, sondern selbst für großen Schaden am gegnerischen Körper zu sorgen. Beim Training steht der Verletzungsaspekt nicht im Mittelpunkt – dafür aber die gesunde Beanspruchung der Muskulatur. Bei der einfachen Gerade an den Boxsack werden sowohl Arm- und Brustmuskulatur als auch der für die Koordination beanspruchte Rumpf gefördert. Gerade für Einsteiger lohnt sich die Technik, da überhaupt keine Vorkenntnis nötig ist und abgesehen von der Positionierung vor dem Boxsack nichts falsch gemacht werden kann.

Der bestmögliche Standort für den Jab ist gegeben, sobald der Arm nicht vollständig durchgestreckt ist. Im potentiellen Kampf ergibt sich das Problem von selbst: Sind Führ- oder Schlaghand zu weit entfernt, kann die Technik einfach ausgekontert werden, da sie ihr Ziel gar nicht erst erreicht. Anfänger könnten außerdem mit einer Überstreckung der Gelenke zu kämpfen haben, die mit einigen Schmerzen einhergeht und das Training unterbindet.

Ein Haken gefällig?

Eine weitere gern benutzte Technik ist der Haken. Um ihn sicher ins Ziel zu bringen, wird aus der Mitteldistanz geschlagen, wobei der Schlagarm etwa 90 Prozent gebeugt ist, wenn er den Boxsack erreicht. Im Sport wird der Gegner auf diese Weise seitlich getroffen – der Haken selbst dient gern als Abschluss einer Kombination. Der positive Trainingsaspekt ist in der Beanspruchung von Schultergürtel und Rücken zu finden. Im Vergleich zum Jab werden dementsprechend weitere Muskelpartien ins Regiment integriert. Neben der klassischen Ausführung darf gern ein Uppercut erfolgen, der von unten geschlagen wird und das Kinn des Kontrahenten anvisiert. Mit der richtigen Ausdauer sind die Einstiegsübungen schnell verinnerlicht. Der nötigen Präzision steht anschließend nichts mehr im Weg.

Eine Frage der Atmung

Gerade Neulinge sind bei ihren ersten Übungen hochmotiviert und lassen keine Sekunde aus, ihr erlerntes Können unter Beweis stellen zu wollen. Dass sich durch eine Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten schnell Verletzungen anbahnen können, ist ihnen zwar alles andere als fremd, wird aber doch gern vernachlässigt. Vor ausgiebigem Boxsacktraining sollte eine Aufwärmphase nicht vergessen werden. Es hilft, die Gelenke durchzuschütteln, eine kurze Runde zu joggen oder auf das Seilspringen zurückzugreifen.

Auch beim Training sollten Momente der Ruhe eingeplant werden. Wird der Körper schon nach wenigen Übungen vollends überanstrengt, kann von gesundem Workout keine Rede mehr sein. Körperliche Fitness mit dem Boxsack herzustellen, sollte jedoch möglichst ein langfristig verbessertes Körpergefühl mit sich bringen. Beim wiederholten Schlagen darf deshalb nicht auf die richtige Atmung verzichtet werden. Profisportler zügeln ihre Energie, in dem sie beim Schlagen ausatmen und erst nach dem Schwinger wieder einatmen. Wer diesen einfachen Kniff anwendet, arbeitet kontinuierlich an seiner Grundlagenausdauer und fühlt sich schneller erholt.

Ausdauer und Koordination

Das Boxsacktraining bietet eine gute Ausgangslage, um sich dauerhaft fit zu halten. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass sich Erfolge nur durch Disziplin und Gelassenheit einstellen. Übereifrige Sportler denken nur selten daran, ihrem Körper die nötigen Ruhephasen zu schenken. In der Folge entstehen Verletzungen und zu geringe Fortschritte, die schlimmstenfalls demotivieren. Wie so oft ist Ruhe ein wichtiges Zauberwort, um über lange Zeit hinweg am Ball zu bleiben. Da das Training beliebig erweitert werden kann, stehen viele Stunden der körperlichen Ertüchtigung bevor, die nicht nur an der Technik feilen, sondern auch den Energiehaushalt stärken.

2017-09-30T00:21:01+00:00 Praxis-Tipps|