Gewichtsklassen im Profiboxen und Amateurboxen

Gewichtsklassen im Boxen

Auf den ersten Blick erscheint Boxen wie ein recht einfacher Sport.

Zwei Kontrahenten stehen sich im Ring gegenüber, der Kampf endet per K.O. oder nach Punkten – doch natürlich steckt viel mehr dahinter.

Speziell die verschiedenen Gewichtsklassen können schnell für Verwirrung sorgen, weshalb die verschiedenen Kategorien hier erklärt werden.

Gewichtsklassen im Profiboxen

Im Profiboxen tragen die Gewichtsklassen je nach Organisation (IBF, WBA, WBC, WBO) unterschiedliche Namen; die Gewichtsangaben sind jedoch stets die gleichen.

Profiboxen Männer

BezeichnungGewicht
Strohgewichtbis 47,627 kg
Juniorfliegengewichtbis 48,988 kg
Fliegengewichtbis 50,802 kg
Superfliegengewichtbis 52,163 kg
Superbantamgewichtbis 55,225 kg
Federgewichtbis 57,153 kg
Superfedergewichtbis 58,967 kg
Leichtgewichtbis 61,235 kg
Halbweltergewichtbis 63,503 kg
Weltergewichtbis 66, 678 kg
Halbmittelgewichtbis 69,853 kg
Mittelgewichtbis 72,574 kg
Supermittelgewichtbis 76,203 kg
Halbschwergewichtbis 79,378 kg
Cruisergewichtbis 90,718 kg
Schwergewichtab 90,718 kg
Gewichtsklassen im Männerboxen

Profiboxen Frauen

BezeichnungGewicht
Juniorstrohgewichtbis 46,266 kg
Strohgewichtbis 47,627 kg
Juniorfliegengewichtbis 48,988 kg
Fliegengewichtbis 50,802 kg
Superfliegengewichtbis 52,163 kg
Bantamgewichtbis 53,525 kg
Superbantamgewichtbis 55,225 kg
Federgewichtbis 57,153 kg
Superfedergewichtbis 58,967 kg
Leichtgewichtbis 61,235 kg
Superleichtgewichtbis 63,503 kg
Weltergewichtbis 66,678 kg
Superweltergewichtbis 69,853 kg
Mittelgewichtbis 72,574 kg
Supermittelgewichtbis 76,203 kg
Halbschwergewichtbis 79,378 kg
Schwergewichtab 79,378 kg
Gewichtsklassen im Frauenboxen

Olympische Gewichtsklassen

Die Gewichtsklassen im olympischen Boxen (früher auch Amateurboxen genannt) werden von der International Boxing Association (IBA) und vom Deutsche Boxverband (DBV) festgelegt.

Gewichtsklassen Männer und männliche Jugend

BezeichnungGewicht
Halbfliegengewicht46-49 kg
Fliegengewichtbis 52 kg
Bantamgewichtbis 56 kg
Leichtgewichtbis 60 kg
Halbweltergewichtbis 64 kg
Weltergewichtbis 69 kg
Mittelgewichtbis 75 kg
Halbschwergewichtbis 81 kg
Schwergewichtbis 91 kg
Superschwergewichtab 91 kg
Gewichtsklassen im Boxen für Männer und männliche Jugend

Gewichtsklassen Frauen und weibliche Jugend

BezeichnungGewicht
Halbfliegengewicht45-48 kg
Fliegengewichtbis 51 kg
Bantamgewichtbis 54 kg
Leichtgewichtbis 57 kg
Halbweltergewichtbis 64 kg
Weltergewichtbis 69 kg
Mittelgewichtbis 75 kg
Halbschwergewichtbis 81 kg
Schwergewichtab 81 kg
Gewichtsklassen im Boxen für Frauen und weibliche Jugend

Während bei den Männern alle aufgeführten Klassen olympisch sind, sind es bei den Frauen lediglich das Fliegengewicht, das Leichtgewicht sowie das Mittelgewicht. Die übrigen Klassen werden jedoch im Amateurboxen verwendet.

Die Nachkommastellen erklären sich daraus, dass die Gewichtsbegrenzungen der verschiedenen Klassen ursprünglich in Pfund angegeben wurden, da sie aus England stammen. Die „krummen“ Zahlen sind ein Resultat aus der Umrechnung in Kilogramm.

Die verschiedenen Verbände haben teils unterschiedliche Bezeichnungen für die jeweiligen Klassen, verwenden aber die selben Limits. Der Unterschied ist also lediglich der Name der Klassen.

Antworten auf häufige Fragen

Weshalb die Unterteilung in Gewichtsklassen?

Boxer werden in verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt, um eine drastische körperliche Überlegenheit oder Unterlegenheit zu verhindern. Größere Sportler sind häufig schwerer als kleinere, hätten so also klare Vorteile, beispielsweise in der Reichweite. Die Klassen sollen also für ausgeglichene Wettbewerbsbedingungen für die teilnehmenden Athleten sorgen.

Wie viele Gewichtsklassen gibt es?

Im Profiboxen gibt es 17 verschiedene Gewichtsklassen, im Amateur- und Olympiabereich sind es mit elf Klassen weniger. Ursprünglich wurde in sieben Profi-Klassen unterteilt, später kamen jedoch Zwischenklassen hinzu, um die Boxer besser differenzieren zu können.

Was bedeuten die Namen der Gewichtsklassen?

Die meisten Namen von Box-Gewichtsklassen wie Mittel- oder Schwergewicht sind relativ selbsterklärend. Andere wiederum haben Namen, mit denen Laien möglicherweise kaum etwas anfangen können. Beispielsweise bezieht sich das Bantamgewicht in seinem Namen auf das Bantam-Huhn, einer 500 bis 600 Gramm schweren Zwerghuhn-Rasse.

Das Cruisergewicht bedient sich Marine-Terminologie, Cruiser (Deutsch: Kreuzer) bildeten die zweitgrößte Klasse von Schlachtschiffen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg – genau wie die Gewichtsklasse die zweithöchste hinter dem Schwergewicht darstellt. Das Weltergewicht geht im Wortstamm vermutlich auf das Englische „to welt“ im Sinne von „ernsthaft schlagen“ zurück.

Was bedeutet Schwergewicht?

Das Schwergewicht ist außer im Olympiabereich der Männer die schwerste Gewichtsklasse – im olympischen Boxen folgt ihr das Superschwergewicht. Männer boxen ab 90,718 (Profis) oder 91 kg (Amateure) als Schwergewichtler, Frauen ab 79,378 oder 81 kg.

Die Klasse ist nach oben nicht begrenzt, es können also auch wesentlich schwerere Boxer antreten, da der körperliche Unterschied in dieser Gewichtsklasse nicht so gravierend ausfällt wie in den tieferen – ein 120 Kilogramm schwerer Boxer mag mehr Energie in seine Schläge legen können als ein 93 Kilogramm schwerer Kontrahent, ist sehr wahrscheinlich aber langsamer und weniger beweglich.

Wer ist Weltmeister im Schwergewicht?

Es gibt nicht den einen Schwergewichts-Weltmeister, da die verschiedenen Verbände jeweils eigene Titel verleihen. Der Brite Anthony Joshua wird als WBA-Superchampion sowie als IBF- und WBO-Weltmeister im Schwergewicht geführt, der Deutsch-Syrer Manuel Charr ist regulärer WBA-Weltmeister. Zudem hat der US-Amerikaner Tyson Fury den WBC-Gürtel inne (Stand: 13. August 2020).

Was ist ein Superchampion?

Wer einen WBA-Titel sowie mindestens einen Gürtel eines anderen Verbandes gleichzeitig innehat, darf sich WBA-Superchampion nennen. Da Joshua neben dem WBA-Weltmeistertitel auch die Gürtel von IBF und WBO führt, fällt er in diese Kategorie.

Im Cruisergewicht darf sich der Franzose Arsen Goulamirian Superchampion nennen, weitere Beispiele sind der Russe Dmitry Bivol (Halbschwergewicht) sowie der Brite Callum Smith (Supermittelgewicht). Mit Ausnahme des Fliegengewichts und des Strohgewichts gibt es mit Stand vom August 2020 in jeder Profi-Gewichtsklasse einen Superchampion.