Wandschlagpolster für effektives und sicheres Training

Wandschlagpolster und Boxer

Für Schlagübungen im Boxen brauchen Sie keinen Sparringpartner und auch keinen Boxsack, wenn Sie ein Wandschlagpolster haben. Wirklich?

So ganz ersetzen die Schlagpolster das Training mit Partner oder Partnerin nicht, aber sie sind platzsparender als ein Boxsack

Die großen Wandschlagpolster erfordern stabile Wände und bieten Ihnen, einmal korrekt befestigt, sanften Widerstand. Denn obwohl die Alster fest stehen, sind sie weich genug, um Verletzungen vorzubeugen.

Schlagpolster gibt es in verschiedenen Formen – aber wofür werden die pyramidenförmigen, flachen oder halbrunden Polster verwendet?

Universaltalent Wandschlagpolster

Wandpolster dienen sowohl dem Training von Schlagtechniken als auch von Tritten. Allerdings kommen letztere im klassischen Boxsport nicht vor.

Das gibt schon einen Hinweis: Die Wandschlagpolster sind nicht exklusiv für den Einsatz im klassischen Boxen konzipiert, sondern können für ganz unterschiedliche Kampfsportarten genutzt werden.

Es handelt sich um Allround-Trainingshilfen, die ähnlich kreativ eingesetzt werden können wie Springseile und dergleichen.

Alternative zum Boxsack?

Wer zu Hause alleine trainieren will, steht oft vor der Entscheidung: Boxsack mittendrin oder Wandschlagpolster in einer Ecke, wo es nicht stört?

Voraussetzung für das Anbringen eines Wandschlagpolsters ist, dass die Wand massiv ist. Nachträglich eingezogene Zwischenwände, Skelettbauweise und Leichtbau vertragen sich nicht Wandschlagpolstern, denn die Polster müssen die volle Wucht Ihrer Schläge und Tritte absorbieren.

Der zweite Punkt betrifft den Platz: Natürlich wird das Wandschlagpolster an der Wand angebracht und steht (oder hängt) nicht mittendrin im Weg herum. Wollen Sie aber komplexe Bewegungsabfolgen und Kombinationen trainieren, benötigen Sie unregelmäßig geformte Polster.

Folgende Arten und Formen von Wandschlagpolstern sind besonders beliebt:

Pyramidenform

Konkret trainieren Sie auf der zentralen Fläche des Polsters Körperschläge, auf die abgeflachten Polster von rechts und links Hucks und von unten den Uppercut. Dafür reicht ein pyramidenförmiges Polster völlig aus.

Hammerhead

Das Hammerhead Wandschlagpolster sieht grob aus wie ein Buchstabe L, der auf dem Kopf steht. Die sehr großen Polster absorbieren Körperschläge wunderbar, und sogar Uppercuts können in das L hinein geschlagen werden. Viele Trainer finden, ganz subjektiv, das Hammerhead für Kombinationen besser als die Pyramide.

Das liegt nicht zuletzt an der größeren Schlagfläche, die vor allem in der Senkrechten dem menschlichen Körper näher kommt als das pyramidenförmige Polster.

Flache Polster

Einfache, flache Wandschlagpolster zum Anlehnen oder Festschrauben sind im Handel ebenfalls erhältlich. Für einfache Schlagtechniken reicht so ein Polster natürlich aus, die Schläge zur Körpermitte können Sie damit trainieren. Für alles weitere sind diese Polster zu simpel gestaltet.

Wie wird ein Wandschlagpolster befestigt?

Ein großes Wandschlagpolster befestigen Sie nicht alleine an der Wand, das gelingt zu Zweit besser. Sie benötigen eine Bohrmaschine, einen Akkuschrauber einen Bleistift, eine Wasserwaage und Dübel sowie Schrauben. Letztere sind in der Regel im Lieferumfang enthalten.

Messen Sie aus, wo genau Sie das Wandschlagpolster an der Wand haben wollen. Achten Sie darauf, dass keine Leitungen da liegen, wo Sie in die Wand bohren.

Das verifizieren Sie entweder über einen Bauplan des Gebäudes, oder Sie brauchen ein Gerät, das auf Metall und elektrische Ströme reagiert und Ihnen über ein Signal anzeigt, wo Sie besser nicht bohren.

Zeichnen Sie mit dem Bleistift die Bohrstellen an und bohren Sie die Löcher vor. Dann schieben Sie die Dübel hinein und befestigen Ihr Wandschlagpolster mit den Schrauben.

Schutz nicht vergessen!

Auch beim Training mit dem Wandschlagpolster schützen Sie Ihren Körper! Sie sollten grundsätzlich Boxhandschuhe und Bandagen tragen, bei Tritttraining auch die entsprechende Schutzausrüstung für die unteren Extremitäten. Denn das Polster schützt nur bedingt vor Verletzungen.

Die Schutzausrüstung schützt übrigens nicht nur Sie, sondern auch Ihr Polster. Knöchel und Gelenke strapazieren das Material aufgrund der kleineren Fläche, auf der die Kraft auftrifft, sehr stark. Boxhandschuhe und Fußpolster dagegen verteilen die Kraft auf eine größere Fläche. So bleibt Ihnen Ihr Schlagpolster länger erhalten.

Beachten Sie die üblichen Schutzvorkehrungen, können Sie ein Wandschlagpolster auch gut für Krafttraining und Ausdauertraining nutzen. Während für den Anfang ein kostengünstiges Polster aus einfachem Material noch ausreicht, benötigen Sie für intensives Kraft- und Ausdauertraining ein robustes Wandschlagpolster.

Leder statt Kunststoff als Außenmaterial muss es nicht sein, aber dreifach verstärkte Nähte sind wünschenswert. Polster aus PU sind hitzebeständig und rutschfest, während Leder wirklich langlebig und dehnbar ist. Leder nimmt außerdem Schweiß langsam auf und transportiert ihn immer wieder nach außen.

Kunstleder ist reißfest und gegenüber Flüssigkeiten robuster, Schaumstoff ist sehr leicht. Die Lebensdauer der verschiedenen Materialien ist unterschiedlich, Echtleder gilt als das haltbarste Material. Flexibel sollte das Wandschlagpolster sein, damit Sie Ihre Handgelenke und Knöchel nicht verletzen.

Ein Stahlrohrrahmen sorgt für die gute Form – die idealerweise auch bei intensivem Training jahrelang erhalten bleibt. Eine einfache Faustregel gilt immer: Je härter die Schläge, die das Polster absorbieren soll, desto schwerer muss es sein. Hersteller geben das in der Schlagresistenz an.

Training am Wandschlagpolster

Einen Sparringpartner oder eine -partnerin ersetzt das Wandschlagpolster nicht. Es bietet einfach andere Trainingsmöglichkeiten.

Ein Vorteil ist, dass Sie beim Wandschlagpolster nicht auf Ermüdungserscheinungen Rücksicht nehmen müssen. Wenn Ihr Sparringpartner längst aufgegeben hat, zeigt das Wandschlagpolster immer noch Ausdauer.

Außerdem steht Ihnen das Polster auch zu unmöglichen Uhrzeiten zur Verfügung. Menschen, die beruflich stark eingespannt sind, schaffen es vielleicht nicht zu den üblichen Trainingszeiten in die Sportschule. Das Schlagpolster zu Hause sorgt dafür, dass trotzdem trainiert werden kann.