Der Leberhaken – Physiologie und Wirkung

Leberhaken

Auch Laien ist der Begriff des Leberhakens bekannt.

Kein Wunder, denn in der Box-Welt ist dieser außerordentlich gefürchtet und resultiert meist im plötzlichen K. O. des Gegners.

Doch warum ist das so und wie können Sie sich vor jenem berüchtigten Schlag schützen?

Wo ist die Leber und was macht sie so besonders?

Viele sprechen davon, aber nur wenige wissen, was einen klassischen Leberhaken ausmacht und wo sich das namensgebende Organ befindet. Die Leber befindet sich im menschlichen Bauchraum und ist gemeinhin von den Rippen geschützt, jedoch nicht komplett.

Ein kleiner Teil des lebensnotwendigen und etwa 1,5 Kilogramm schweren Organs schaut rechtsseitig unter den Rippen hervor. Im Kern ist die Leber für eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen und weiteren Prozessen verantwortlich. Sie reinigt das Blut von Giftstoffen und speichert essenzielle Nährstoffe.

Ihre Leistung ist beachtlich. Rund 2.000 Liter Blut säubert die Leber am Tag und damit durchläuft dieses 400 bis 500 Mal täglich jenes Organ.

Warum schmerzt ein Leberhaken?

Ein gezielter Schlag auf die Leber ist extrem schmerzhaft und zählt mitunter zu den qualvollsten Erfahrungen, die einem Boxer widerfahren können. Treffer auf die Schläfe oder das Kinn empfinden die meisten Athleten als weitaus angenehmer.

Ursächlich sind die Nerven, welche in der Leber innerviert werden. Genauer gesagt handelt es sich um den 10. Hirnnerv, dem Nervus vagus. Dieser ist direkt mit dem parasympathischen Anteil des Nervensystems verknüpft.

Bei einem Haken auf die Leber wird diese zusammengequetscht und dadurch werden Teile, der sie umschließenden Kapsel, gedehnt. Aufgrund jener Kompressionen und den mit der Leber verbundenen Nervenenden wird ein extrem kraftvolles Schmerzsignal an das Gehirn gesendet.

Des Weiteren sinkt der Blutdruck sehr schnell und plötzlich ab, sodass dem Sportler sprichwörtlich schwarz vor Augen wird. In Kombination mit Kreislaufproblemen bedeutet dies des öfteren bereits das Ende des Kampfes.

Ist ein Leberhaken gefährlich?

Obwohl Leberhaken zu den unschöneren Erfahrungen im Boxsport zählen, sind sie aus gesundheitlicher Sicht relativ harmlos. Das Organ ist robust und verfügt über schnelle Regenerationskapazitäten.

Bei einer Lebertransplantation beispielsweise entnimmt der Arzt dem Spender die Hälfte seiner Leber, um sie dem Empfänger einzupflanzen.

Für gewöhnlich wird die fehlende Substanz im Körper der beiden Person nach rund 2 Monaten vollständig ersetzt. Anders stellt sich die Sachlage bei Verletzungen der Nieren dar. Schädigungen können hier schwere gesundheitliche Komplikationen auslösen.

Wie können Sie es verhindern, von einem Leberhaken getroffen zu werden?

Schläge und Treffer sind untrennbar mit dem Boxen verbunden. Dementsprechend ist es äußerst herausfordernd, im Sparring oder im Wettkampf keinen Leberhaken zu erleiden.

Die besten Erfolgsgeheimnisse sind so banal wie wichtig. Training und gute Deckung.

Speziell Profiboxer zeichnen sich durch ihre hervorragende Beinarbeit aus, mit der sie es ihren Gegnern erschweren, wirkungsvolle Treffer zu platzieren.

Wird dies mit der strikten Deckung der sensiblen Körperstelle kombiniert, sind die Voraussetzungen nicht getroffen zu werden als gut einzuschätzen. Selbstverständlich ist hierzu konsequentes Training mit dem Springseil und die Stärkung der Rumpfmuskulatur obligatorisch.

Fazit

Leberhaken sind eine unangenehme Angelegenheit, da sie häufig zur Kampfunfähigkeit führen.

Aufgrund ihrer Physiologie ist die Leber ein schützenswertes Organ und im Training sollte die Trefferprävention eine Priorität sein.